schlafende Katze


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                            1  Rätseltraum

Was träumt das Kätzchen dort auf dem Kanapee?
Vom Lauern am Mausloch auf stachligem Stoppelfeld?
Vom Flattern im Vogelhaus beim ersten Schnee?
Ach nein, sieh dirs an! Es träumt nicht von dieser Welt!

Es träumt vom ewigen Rätsel. Kein Schnurren, kein Zucken.
Es träumt nicht von Kampf,  nicht von Fischen im Teich.
Ich kann nicht hinter seine Lider gucken.
Doch dünkt mich, es träumt vom Katzenhimmelreich:

"Ich habe gefaucht und gejagt. Nun ist's genug.
Vom Frieden, den die Welt nicht könne geben,
träum ich, die Augen verriegelt, ein heiliges Buch ...
Erwach ich, erwach ich zu neuem Raubtierleben!
"








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wache Katze


375236_original_R_by_Karl_pixelio.de


          2  Ganz da.

So wach! So ernst! So hier!

ist dieses Katzentier,
und nicht zerspalten wie wir
in War und Wird und schier
zerfleischt von Reue und Gier.

"Wohl gibts in meinem Revier
auch Streit um Mir und Dir
und Schmerz, wenn ich verlier;
doch bleibt mir diese Zier:
Dreieinig und ich sind Vier."

















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Katzenkumpel



292924_original_R_K_by_asrawolf_pixelio.de


3  Murrli, mein bester Kumpel.

"Liebster, ich lieb dich, doch sollt ich nach Haus."
"Bleib doch bei mir, denn es dämmert ja schon."
"Brech ich jetzt auf, so erwisch ich den Zug"
"Zwingen, das weisst du,  das tu ich dich nicht."
"Fahrkarte, Börse und all meine Habe..."
"Jadoch, ich weiss: sie sind dort im Täschchen..."
"Kannst du mir Geld für die Fahrkarte borgen?"
"Nein, liebstes Schätzchen, das kann ich wohl nicht."
"Brings übers Herz nicht, den Murrli zu wecken"
"Also: Du bleibst über Nacht notgedrungen."
"Wo aber schlaf ich? Mein Platz ist besetzt"
"Vorschlag: ich mache mich schmaler im Bett."
"Liebling, du bist mir ein schelmischer Kater!"

Sie verschwindet im Bad. "Ich danke dir, Murrli,
du bist mein bester Kumpel und Freund!"











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Krallenpfote


147045_original_R_by_Joujou_pixelio.de



          4   Respekt bitte!

Siehst du meine kleinen Messer?

Darum streite nicht mit mir.
Für uns beide wär das besser.
Krallen hab ich nicht zur Zier.

Denke nicht, den Mäusefressern
streiche ich das Vögeljagen.
Hab' Respekt vor meinen Messern,
Lass es, mich mit Verboten zu plagen! 










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Sonnenbadkatze


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                         5  Im Sonnenlicht.

Ich streck mich auf sicherstem Platz
                    im Lichte vom Licht mich zu wärmen.
Verträume den sonnigen Morgen 
                    ohne mich jemals zu härmen.

Die Stufen zum sandsteinernen Bau
                    gehören geschlossener Pforte.
Es gibt in der Stadt keine bessere,
                     katzenerprobtere Orte

Da liege ich wohlig und träume,
                    täume von nichts als von Eden
Ich lob mir den Frieden, wo weder
                    Führer noch Prediger reden.

Die Tore im Westen vermeid ich,
                    weil sie Touristen gehören.
Ich träum nicht von Mäusen noch Spatzen,
                    und lass mich von niemandem stören.






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Schumusekatzen












50068_original_R_by_Sabine Jaunegg_pixelio.de
6  Vaterschaftsproblem

Wir haben weisses Mutti.
       Mein Schwesterlein ist grau.
Mein Papi war vermutlich  –
       erraten!  –   schwarz. Genau!

Doch lebt kein schwarzer Kater 
       hier in Rheinlands Norden
Nur rote, weiss gescheckte
       und Tieger gibt's in Horden.

Mein Herrchen liebt seit langem
       eine junge Frau
die streichelt gerne Katzen
       ob Tieger, schwarz, ob grau.

Sie heisst seit Wochen Schätzchen
       und hiess Frau Schmid zuvor.
Sie kost nicht nur uns Kätzchen
       und mich den Katermoor,

sie kost auch gern das Herrchen
       mit roten Pfotenkrallen,
sodass wie Märzmiaus
       die Ahs und Ohs erschallen.

Das bracht' mich auf die Spur:
       Frau Schätzchen lebt im Harz
Und dort  –  vermut ich nur –
       sind die Kater schwarz.

Und dann  –   nehm ich mal an –
       ging er sie einst besuchen
nahm auch die Mutti mit,
       Pralinen, Rosen, Kuchen.

Und jetzt verrat ich's euch:
       Wir sind von Leverkusen,
drum Herrchen und die Mutti,
        beide gerne schmusen.


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Stör mich nicht-Katze


49737_original_R_by_Sabine Jaunegg_pixelio.de






7  Katzen wissen, was sie wollen.



Kraulen willst du meine Kehle?

Denkst, zu meinem Hochgenuss
Schnurrend Streichelei noch fehle,
Katzenkosen sei ein Muss?

Ich enttäusch dich sicher sehr:
Sonnenschein und Fensterplätzchen
sind genug, ich will nicht mehr
Spar dir deine Schmusetätzchen

für die kalten Regentage
dass ich dann mit meiner Stirn
deine stubsend Dank dir sage
spulend wie ein Spindelzwirn.





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Auf der Lauer







www.fotocommunity.de by Birgit Simone - b9069e0a-b056-45e5-ae49-b9e86de33dd3

  8  Ein sinnender Mensch


Ein sinnender Mensch
, der sucht,
                sucht nicht Bequemlichkeit;
er sucht im ewigen Wandel
                 den dunkeln Sinn der Zeit,

Ich finde ihn nicht, den Zweck.
                 Ich finde ihn nicht, den Sinn,
warum mich meine Mutter
               gebar, warum ich bin.

Da sah ich das Katzenkind
                ganz ohne Grübelei
gespannt, geduckt auf der Lauer
                mit Leib und Seele dabei.

Es fragt nicht warum; nicht einmal,
                was raschelnd sich rege dort vorn:;
es fragt nicht: Ist's Spiel? Ist es Jagd?
                Wozu bin ich geborn?

Es tut schlicht, was der Schöpfer
               ihm eingeprägt zu tun.
Es ist ein Kätzchen und legt
                nicht Eier. Es ist kein Huhn.

Dem Mensch ist eingeprägt   
                barmherzig in Liebe zu ruhn,
wie Gott, der vergebend spricht:
                Sie wissen nicht, was sie tun.

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Die schönste von allen



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9  Was dieses Katzenkind mich lehrt:

Sei stolz: Du bist das schönste Kind
Doch nicht um deiner Flecken Willen.
Vielmehr nur drum, weil ich es find.
Und dies liegt wohl an meinen Brillen.

Es sind die Brillen meiner Liebe
die Gott mir aufgesetzt im Schlaf
Ich trag sie, sicher vor jedem Diebe,
statt auf der Nas im Herzen brav.

So wird ein jedes Ding und Wesen
um seiner Makel Willen wohl geliebt.
Die Brille ist's und ist's gewesen   
die der Welt die Schönheit gibt.











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