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Inhaltlich ist die Geschichte für Kinder jeden Alters verständlich. Der Text ist aber bewusst nicht kindlich geschrieben. Darum ist er  nur für gute Leser
zum Selberlesen geeignet, d.h. für Leser, die schon etwas Erfahrung haben, wie Wortbedeutungen aus dem Kontext abgeleitet werden können. 

Buchrückentext:
Manuel und sein Freund Bobi
erleben eine bewegte Zeit, in
welcher die Familie Bürgi wert-
volle Erfahrungen macht.

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Seite 4 und 5

Mama und Papa Bürgi haben sechs Kindern: Hans, Ruth und Manuel, die Zwillinge Tomi und Ernst, die kleine Dorothee den drolligen Bobi. In dieser Reihenfolge sind sie zur Welt gekommen, alle im Abstand von etwa zwei Jahren - ach, was sage ich! - die Zwillinge natürlich nicht! Diese kamen im Abstand von 5 Minuten zur Welt.

Hans hat vor einem Monat eine Lehre begonnen und besucht einmal in der Woche die Gewerbeschule.

Er hätte eigentlich Zimmermann werden wollen. Weil er eine Brille trägt, wurde er zurückgewiesen. Die Versicherung hatte Angst, er könnte vom Dach fallen. 
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Ruthli geht in die Sonderschule. Sie hatte eine schwere Geburt. Die Mutter wäre fast daran gestorben. Jetzt hat sie Ruthli besonders lieb. Auf dem ersten Bild fehlen Bobi und Dorothee.

Aber wer ist denn Dorothee? Etwa ein siebtes Kind?

Falsch! Bobi ist der Hund der Familie Bürgi. 
Er liebt es, mit Manuel herumzutollen. Dieser will ihm einen Stecken werfen - und schon macht Bobi  grosse Sprünge, um den tecken zu erhaschen. Bobi ist immer im Schuss...

Seite 6 und 7


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... und handkehrum wieder todmüde. Er schläft dann zusammengerollt in einer Ecke ...

... oder ausgestreckt unter dem Tisch und träumt vom Spielen mit Manuel.

... hört aber auch beim Dösen, wenn im einschläfernd plätschernden Geplauder der Menschen sein Name fällt.

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Wenn man ihn aber anruft, schaut er fragend auf ...

... und wenn er hört, dass jemand die Leine vom Haken bei der Türe nimmt, ist er sofort hellwach! Dann

weiß er nämlich, dass man mit ihm spazieren geht.


Seite 8 und 9


Manchmal beschäftigt sich Bobi auch alleine. Niemand außer Bobi
weiß, was es da am Wegrand Interessantes zu schnüffeln gibt.
Es muss etwas Hochinteressantes sein. So interessant,
dass Bobi nichts hört,
wenn man ihn ruft.

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O verzeih! Du hast gewiss bemerkt, dass auf der ersten Seite nicht
sechs, sondern nur fünf Kinder abgebildet sind.  Da hast du dich
gefragt:                                   Wo ist denn Dorothee geblieben?

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Seite 10 und 11

Hier ist sie! Auf Papas Schultern! Ein guter Platz! Vater trägt die Uniform des Paläontologischen Museums. ″Paläontologisch″ bedeutet ″naturgeschichtlich″. Die Bürgikinder sind stolz, dass sie das schwierige Wort nicht nur kennen, sondern sogar richtig aussprechen können. Außer natürlich Dorothee, die noch nicht richtig redet.

Die wichtigste
Person jeder
Familie, die
Mutter,
 hätte ich
beinahe
vergessen
vorzustellen!

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Hier ist sie und flickt gerade Susa, Dorothees Puppe, die Bobi irrtümlich für sein Spielzeug gehalten hat. Dorothee muss weinen. Mama tröstet sie: "Weißt du, Dorothee, Bobi hat es nicht absichtlich getan. Er ist deswegen kein böser Hund. Er weiss eben nicht so gut wie die Menschen, was ihm gehört. Und jetzt im Nachhinein darf man nicht mit ihm schimpfen; denn auch das würde er nicht verstehen. Einen Hund, der etwas Unerlaubtes tut, muss man sofort bestrafen, wenn man ihm beibringen will, was es nicht darf. Und sieh doch, Susas Verletzung ist schon wieder zugenäht!"

Seite 12 und 13

Bobi ist ein ganz guter Hund. Er vergisst nie, die reiche Familie zu bewachen. Ich meine natürlich die kinder-reiche Familie. An Geld ist sie nämlich nicht reich. Darum wohnt sie, am Rande einer stillgelegten Kiesgrube in einer Baracke, die bis vor zwei Jahren der Kies-AG als Büro gedient hat. Der Weg hinaus zu Bürgis ist nicht asphaltiert und verläuft sich in den Feldern. Wenn es regnet, klagt die Mutter: "O diese Dreckstrasse! Kinder, Kinder, putzt eure Schuhe!" Dann tröstet Vater die Mutter: "Dafür gibt es hier keinen Straßenverkehr und die Kinder können gefahrlos draußen spielen

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Der Trost ist zwar gut gemeint, aber nicht gerade überzeugend; denn wegen der abgelegenen Lage hat Manuel jetzt einen langen Schulweg, auf dem er sogar die Hauptstraße überqueren muss. Noch bis zu den Sommerferien haben sie nahe bei der Schule gewohnt, zwar auch bescheiden in einer Erdgeschosswohnung, aber doch immerhin mit vier Zimmern und einem kleinen Garten.

Seite 14 und 15 EU-Länder:  AMAZON  ; Schweiz  im Buchhandel und beim Verlag






"O diese Dreckstrasse!
Kinder, Kinder, putzt eure Schuhe!"
Seite 16 und 17

Die Mutter weint und Ruthli fragt: „Warum bist du traurig, Mama?“
Der etwas altkluge Tomi antwortete an ihrer Stelle:
„Weil Dorothees Schuhe kaputt sind und wir kein Geld haben, neue zu kaufen.
“Nein, ich weine nicht deswegen", wehrt sich die Mutter, "kein Geld zu haben wäre nicht so schlimm. Wir müssen ja noch nicht hungern."

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Papa kommt hinzu und die Mama beteuert schluchzend: "... ich weine nicht, weil wir keine neuen Schuhe kaufen können ... Aber der Blick der Leute im Laden, des Lehrers, der Krankenkassenkassiererin, – das ist so peinlich!" "Das redest du dir bloß ein", versucht Vater Bürgi die Mutter zu beschwichtigen, obschon auch er sowohl die mitleidigen als auch die verächtlichen Blicke der Leute bemerkt hat und unter ihnen leidet.

Die Mutter wischt sich die Tränen aus den Augen. Wenn sie ihre Brille nicht trägt, was allerdings selten vorkommt, staunten die Kinder, wie groß Mamas Augen sind.

Seite 18 und 19





Manuel kümmert es nicht, dass sie jetzt zu den so genannt Armen gehören.

Hauptsache, Bobi holt ihn weiterhin in Schule ab.

Seite 20 und 21

Bobi weiß genau, wann die Schule aus ist. Manuel versteht nicht, wie Bobi wissen kann. Papa hat Manuel erklärt, Bobi habe eine „innere Uhr“. Manuel weiß nicht recht, wie er sich das vorstellen soll.

Bobi ist überhaupt ist ein kluger Hund. Er weiß auch, dass er die Straße nur überqueren darf, wenn die Autofahrer bei Rot anhalten.

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Und wenn er mit in die Stadt muss, weiß er, dass es zum Tierarzt geht. Darum hasst er das Tramfahren und hat es immer sehr eilig mit Aussteigen. Die Leute aber freuen sich über den lustigen, aufgeweckten Fahrgast. Und der Tramführer ruft ihm beruhigend nach: ″Nur immer langsam, sonst stolperst du noch die Treppe hinunter!″

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Seite 22 und 23

Den Tag verbringt Vater Bürgi mit Stellensuche. Eigentlich ist er Feinmechaniker. Aber man sagte ihm auf dem Arbeitsamt, er habe in den elf Jahren als Museumswart den Anschluss an die modernen Entwicklungen verloren. Und beim Reinigungsinstitut, wo er angefragt hat, bedauerte man und empfahl, es solle sich doch eher seine Frau um Arbeit bewerben.
Eigentlich ist der Kurator des Paläontologischen Museums mit Bürgi ganz zufrieden gewesen. Dann aber kam die Geschichte mit dem Australopithecuskiefer. Die Direktion sagte, wenn Bürgi eine plausible Erklärung geben könne, und das Kieferstück wieder zum Vorschein komme, dann könnte man über eine Wiedereinstellung reden.
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Zwar konnte man Bürgi nichts direkt nachweisen, aber die Indizien waren erschlagend: Am Vorabend des Verschwindens hatte der Kurator den Knochen aus der Vitrine genommen und ihn auf seinem Arbeitspult bereitgelegt, weil am folgenden Morgen ein Fotograf Bilder von ihm machen wollte für eine Reportage in der Zeitschrift Geo. Als aber der Kurator am Morgen ins Museum kam, war das wertvolle Kieferfragment verschwunden. Weil keinerlei Einbruchspuren zu entdecken waren, wendete die Kripo viel Zeit auf für die Befragung von Papa Bürgi, so viel bis sich dieser schließlich in Widersprüchen verhedderte.


Seite 24 und 25

Es war nämlich so: An jenem verhängnisvollen Tag musste Mama Bürgi mit Bobi zum Tierarzt in die Stadt, um ihn impfen zu lassen. Nach dem Besuch beim Tierarzt holte Frau Bürgi ihren Mann ab, denn es war genau die Zeit, da dieser das Museum schließen und Feierabend machen konnte. Um zusammen nach Hause zu fahren, holte Frau Bürgi ihren Mann im Museum ab. Darum stand auch sie unter Verdacht. Alle Aussagen schienen dem Polizeikommissar äußerst suspekt: Einmal versicherte Bürgi, er habe zusammen mit seiner Frau alle Räume kontrolliert und abgeschlossen; ihm sei nichts aufgefallen. Dann wieder, er habe im Saal 2 bemerkt, dass die Tür der Vitrine, in welcher das Objekt üblicherweise ausgestellt sei, offen gestanden habe.

Die Verdächtigung war lächerlich, deren Folgen aber leider nicht zum Lachen: Vater Bürgi verlor seine Stelle und konnte die Wohnungsmiete nicht mehr bezahlen. Ein barmherziger Nachbar hat ihm die leer stehende Bürobaracke der Kies-AG vermittelt. Ganz plötzlich war die Familie arm. Die Museumswärteruniform durfte Papa Bürgi behalten, weil sie zehn Jahre alt und maßgefertigt ist. Nur auf der Mütze musste er die Inschrift Paläontologisches Museum entfernen.

Seite 26 und 27

Papa Bürgi würde gerne bei der Stadtgärtnerei arbeiten. Dort sind aber zurzeit alle Stellen besetzt. Papa Bürgi hat sich auf die Warteliste setzen lassen. Immerhin wird die Arbeitslosenversicherung noch einige Monate bezahlen.

Papa Bürgi hat einen Kollegen, der heißt Kurt Holzmann und ist Junggeselle. Er ist Abwart des Institutes für experimentelle Soziologie, das sich im gleichen Universitätsgebäude befindet wie das Paläontologische Museum.

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Sie pflegten um zehn Uhr in der Universitätskantine zusammen einen Kaffee zu trinken. Drei Wochen nach Verschwinden des Kieferknochens erzählte Papa Bürgi seinem Freund Kurt, es sei ihm gekündigt worden. "Du musst dich wehren″, entrüstete sich Kurt, ″du musst die Kündigung anfechten. Die können dir nicht einfach einen Diebstahl in die Schuhe schieben. Das darfst du nicht auf dir sitzen lassen. Es könnte ja ebenso gut der Kurator gewesen sein. Der hat doch eher als du die notwendigen Beziehungen, um ein solches Museumsstück zu verhökern".

Aber sich zu wehren war nicht Bürgis Sache. Seine Frau wusste das und liebte ihn trotzdem. Oder vielleicht gerade darum.

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Seite 28 und 29

Der Winter hat dieses Jahr früh eingesetzt. In der Weihnachtswoche gibt es sogar etwas Schnee. Es ist so kalt, dass Mama Bürgi ihren Mann bittet, den Ofen in der Nacht nicht mehr ausgehen zu lassen. Das braucht zwar etwas mehr teures Holz; aber die Mutter fürchtet, die Kinder könnten sich erkälten. Der kleine Riss im Ofenrohr lässt so viel Rauch entweichen, dass die ganze Familie einschließlich Bobi wie geräucherte Wurst duftet. Aber von Wurst und Weihnachtsgebäck kann Familie Bürgi nur träumen ... Und dennoch: Am 24. Dezember möchte Frau Bürgi zwei Bratwürste kaufen. Der Metzger, dessen Sohn mit Manuel in der gleichen Schulklasse ist und darum über die Bürgis ein bisschen Bescheid weiß, sagt: "Nehmen Sie für heute Abend doch lieber den Schweinsrücken hier. Oder wollen sie etwa an Weihnachten bloß eine Viertelwurst pro Schnabel auftischen?" Und da die gute Frau in ihrer Tasche nach Geld kramt, wehrt der Metzger ab "Nein, nein, lassen sie das! Das geht in Ordnung!"
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Kurt Holzmann hat seinen Kollegen nicht vergessen. Er bringt ihm nicht nur ein Tannenbäumchen, sondern auch die Kerzen dazu. Weil der Wärter des Institutes für experimentelle Soziologie weiß, wie empfindlich Frau Bürgi ist, meint er, sich entschuldigen zu müssen, und sagt etwas wehmütig zu Papa Bürgi, und zwar so vernehmlich, dass es die Mutter auch verstehen kann: „Weißt du, lieber Freund, du bist so reich, so reich an Kindern, da dachte ich – na ja, du selbst hast mir ja erklärt, was bei euch im Naturhistorischen als Familie bezeichnet wird, die Familie der Saurier, die Familie der Katzen und so – da dachte ich, ich gehöre doch auch zur Familie, auch wenn ich nicht Bürgi heisse.

Seite 30 und 31

Und so feiern denn die Bürgis eine Weihnacht, die alle zufrieden und glücklich macht. Träume werden wahr, und es wird ein wunderbares Festessen. Alle werden satt und freuen sich. Das hat mit der paläontologischen Familie zu tun. Sogar der Hund – paläontologisch zwar nicht zur Familie gehörend, sonst aber schon – freut sich und wedelt, weil er einen Bissen vom Braten bekommt.

Weil dieses Jahr die Zeremonie des Geschenkeverteilens und Geschenkpapierzusammenfaltens entfällt, bleibt Zeit, nicht nur die eigentliche Weihnachtsgeschichte nach Lukas vorzulesen, sondern auch die ersten zwei Matthäuskapitel. Da fragt Ruthli: "Warum schenkten die drei Könige dem Jesuskind Kostbarkeiten?" Tomi rügt seine Schwester, sie solle besser zuhören, es seien Magier gewesen, nicht Könige.




Seite 32 und 33

Da mischt sich der Vater ein und sagt: „Es sind sehr wohl drei Könige gewesen, Magierkönige eben; gerade am Schenken erkennt man, dass jemand ein König ist. Könige können alles verschenken. Ihnen gehöre ja ohnehin alles, auch die Untertanen, an die sie verschenken. Durch das Schenken verlieren sie nichts.“ Darauf meint Tomi, die Magier hätten doch aufgrund des Sternes von Bethlehem den König der Könige besucht, und darum hätte doch eigentlich Jesus die Magier beschenken müssen und nicht umgekehrt. Tomi ist zwar etwas vorwitzig und spitzfindig. Der Vater nickt trotzdem wohlwollen und sagt: "Das hat Jesus ja auch getan: Sich selbst schenkte er. Der, dem alles Leben gehört, schenkte uns sein Leben."


Vater Bürgi merkt, dass die Kinder das nicht verstehen, und liest weiter vor, von Josefs Traum und der Flucht nach Ägypten. Den Kindermord und die Stimme vom Rama überspringt er geschickt, um unbeantwortbare Fragen zu vermeiden. Vor dem Schlafengehen trinken alle zusammen bei Kerzenschein noch eine heiße Schokolade.


Seite 34 und 35

Der Hund winselt bei der Barackentür und die Mutter sagt: „Bobi muss mal“.

Zum Erstaunen des Hundes, der ja wusste, dass die Kinder längst schon im Bett sein sollten, begleitet ihn die ganze Familie hinaus aufs nahe Feld. Die Nacht ist kalt und sternenklar. Hans zeigt Manuel den großen Bären. Sie bewunderten das funkelnde Firmament. Auf dem Rückweg werden alle still. Keiner will die friedliche Ruhe stören. Auch die roten Lichter auf den Fabrikschloten und umliegenden Hügelkuppen blinken lautlos





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Seite 36 und 37

Für den Neujahrstag findet Papa Bürgi einen Eintagsjob: Er darf zusammen mit andern Arbeitslosen von sechs Uhr morgens bis mittags im Kongresshaus helfen, die Spuren der Silvesterballnacht aufzuräumen. Der Aufseher drängt zur Eile, weil der Saal am Nachmittag fürs Neujahrskonzert wieder bereit sein muss. Papa Bürgis Aufgabe die Toiletten in Ordnung zu bringen, ist ziemlich unangenehm, weil die Sylvester Feiernden trotz Smoking und Fliege offenbar Mühe gehabt haben, das Pissoir zu treffen, und einer sich in der hinteren Ecke hat übergeben müssen.

Papa Bürgi freut sich trotzdem; denn er kehrt mit hundertzwanzig Franken in der Tasche nach Hause zurück. Er ist unschlüssig, ob er den Verdienst dem Arbeitsamt verschweigen will, und hat deswegen schon im Voraus ein schlechtes Gewissen.
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Zwei Tage vor Epiphanie fragt Frau Bürgi vor dem Einschlafen ihren Mann, ob sie einen Dreikönigskuchen backen sollte, die Kinder hätten schon danach gefragt. Papa Bürgi ist nicht sicher, ob er noch genug Geld für Eier, Mehl und Mandeln hat. Er steht nochmals auf, holte die Geldtasche aus dem Rock, der über der Stuhllehne hängt, und gibt der Mutter die letzte Zwanzigfrankennote. So weckt am Dreikönigsmorgen Backofenduft die Kinder. Beginnend mir den Eltern darf sich jedes Familienglied dem Alter nach einen Kuchenweggen abbrechen. Vater weiß, dass die Mutter wie jedes Jahr zwei Weggen, die den Plastikkönig nicht enthalten, heimlich mit je einer Rosine markiert hat. So sorgen die Eltern dafür, dass sicher nicht sie, sondern eines der Kinder König wird.

Seite 38 und 39

Manuel findet den kleinen Plastikkönig in seinem Kuchenstück. Die Mutter holt die goldglänzende Kartonkrone aus dem Schrank und Manuels Augen leuchten. Die ganze Familie spielt mit bei der Königsehrung. Alle tanzen um Manuel und singen das Krönungslied:

DER KRÖNUNGSREIGEN

Unser König ist geküret.
Hoch er lebe, hoch und hold.
Ihm alleine nur gebühret
diese Kron aus purem Gold.
        (die Krone wird aufgesetzt)

Nun, ihr lieben Untertanen!
Merkt euch, was der König spricht;
denn auf allen seinen Fahnen
steht: Ich will euch knechten nicht.
        (alle verneigen sich)

Ehrfurchtsvoll bis in den Staub
wir verneigen uns ganz tief ...
Edler König, mit Verlaub,
eure Krone sitzt ganz schief.
        (die Krone wird zurecht gerückt)

So ist 's besser, eure Hoheit,
so ist sie zurechtgerückt.
Unser Ohr ist nun bereit,
wird durch euren Wunsch beglückt!
        (der König äußert einen Wunsch)

Heißa heißa hoppsaßa!
Ja, wir eilen euch zu dienen
Heißa heißa trulala!
schnell und emsig wie die Bienen.
        (des Königs Wunsch wird erfüllt)


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Seite 40 und 41

"Letztes Jahr hatten wir eine Königin", erinnert sich Ernst und zeigt auf die kichernde Ruth. "Und vorletztes Jahr war ich König", rief Hans stolz. So sind alle heiter und zum Scherzen aufgelegt. Nur Tomi klagt verdrießlich "Mich hat es noch gar nie getroffen", er sagt es etwas weinerlich und verschwindet dann aufs Klo. Die Mutter fordern Manuel auf, nun einen königlichen Befehl zu erlassen. "Ich möchte heißen Kakao zum Kuchen", verkündet dieser gespielt hochnäsig, wohl riechend, dass Mutter das Getränk bereits auf dem Herd hat. Und so setzen sich alle an den Tisch und lassen es sich munden.

Nach geraumer Weile kommt Tomi vom Klo zurück und schreit entsetzt: "Wo ist mein Weggen?" Der Vater, der im Schuppen drüben Brennholz geholt hat, tritt eben in die Stube, als Tomi ein Zeter und Mordio veranstaltet. Papa Bürgi bemerkt, dass Bobi sich den Schnauz leckt. Nun treten dem Tomi Tränen in die Augen. Alle haben ihr Stück schon gegessen, außer Manuel, der vor lauter Königsein noch gar keine Zeit dazu gehabt hat. "Du wirst doch wegen eines Kuchenstücks nicht gleich weinen, Bub!" mahnt der Vater streng. Zum Hund aber sagt er, da er begriffen hat, was geschehen ist: "Und du, Bobi, gehst jetzt mal raus in den Garten, du ungezogenes Tier!"

Da erinnert sich Manuel an die Dreikönigsgeschichte, die er an Weihnachten gehört hat, und daran, was Vater dazu gesagt hat. "Nimm meinen Weggen", sagt er und streckt sein Kuchenstück dem Bruder hin. Die Mutter will Einspruch erheben. Manuel aber entgegnet, er sei König und er bestimme, wem sein Weggen gehöre. Und der Hund solle in der warmen Stube bleiben, befiehlt der König; der Hund habe ja nicht wissen können, dass das verwaiste Kuchenstück jemandem gehöre.

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Vater blinzelte lächelnd zur Mutter hinüber, zuckte mit den Achseln und holt Bobi herein.

Gierig isst Tomi das Gebäck und schlürfte seinen kalt gewordenen Kakao dazu. Dann sagt er, sich den Mund abwischend: "Ich danke Dir, lieber Manuel. Nun musst du mir auch die Krone überlassen. Die gehört zu dem Kuchenstück, das ich gegessen habe." Die Mutter protestiert jetzt definitiv: "Nein, nein, so ist das nicht!" Manuel aber besinnt sich und spricht zum Erstaunen der Eltern: "Doch, er kann die Krone haben". Er nimmt sich die Krone vom Kopf und setzte sie dem Bruder auf.

Seite 42 und 43

Das neue Schuljahr beginnt. Die Mutter gibt sich Mühe, alle Kinder ordentlich gekleidet zur Schule zu schicken. Als Manuel am Nachmittag den Schulhof verlässt, ist er etwas enttäuscht, dass Bobi nicht gekommen ist, ihn abzuholen. „Vielleicht ist sein Bauchwecker krank“ denkt er und macht sich auf dem Heimweg. Er kommt am Haus vorbei, wo sie früher gewohnt haben. Da sieht er Bobi im Garten. Es ist nicht das erste Mal, dass Bobi zum alten Wohnort zurückgekehrt ist. Das darf er aber nicht, hat Mutter gesagt; denn der Garten gehörte nicht mehr ihnen. Bobi hat dort nichts zu suchen, obschon die Wohnung immer noch leer steht. Darum ruft Manuel seinen Freund ziemlich energisch zurück. Bobi aber will nicht kommen. Manuel steigt über den Zaun und geht zu ihm hin. Der Hund schaute mit erdverschmierter Nase kurz auf und widmete sich dann wieder eifrig dem Graben.

Manuel schilt den Hund und will ihn hindern. Dieser aber zieht aus dem Dreck einen seltsam geformten Klumpen und legte ihn stolz wedelnd vor Manuel hin.

Der Rest der Geschichte ist rasch erzählt. Manuel weiß nicht recht, soll er den Knochen fortwerfen oder nach Hause mitnehmen.
Intuitiv entschließt er sich, ihn mitzunehmen. Vielleicht, denkt er, freut sich Bobi, seinen Schatz dort wieder zu vergraben, wo wir jetzt wohnen. So träg denn Manuel, ohne es zu wissen, nicht nur einen Kieferknochen nach Hause, sondern auch die Lösung eines Rätsel, welche die Familie Bürgi von großen Sorgen befreit.

Seite 44 und 45

Papa Bürgi bekommt wieder die Stelle am Paläontologschen Museum. Der Institutsleiter entschuldigt sich, ihn des Diebstahls verdächtigt zu haben, weist aber darauf hin, dass Hunde im Museum nichts zu suchen haben, auch nicht der Hund des Museumswärters. Die ganze Familie freut sich, dass die ehemalige Wohnung immer noch leer steht und sie dort wieder einziehen dürfen.


Nur Dorothee findet es schrecklich, dass fremde Männer alle Möbel aus dem Kiesgrubenbüro hinaus tragen. Ruthli tröstet die Kleine.

Seite 46 und 47



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Nachwort an die Ältern
Dieses Bilderbuch erzählt die Geschichte eines falschen Verdachtes und gibt damit ein Beispiel dafür, warum man nicht richten soll. Der Mensch kann die tiefsten Ursachen, warum etwas geschieht, nicht erkennen.

Das Buch enthält die vollständige Christenlehre: Der Vater (Wärter des naturhistorischen Museums!) wird vom Menschen verdächtigt, er sei nicht nur kein guter Wärter, sondern sogar ein Dieb. Sein Sohn Emanuel (der Name ist nicht zufällig gewählt!) deckt den Irrtum auf. Die Ehre, einen Irrtum aufdecken zu dürfen, wird ihm vom Himmel zu Recht verliehen, denn er verhält sich ganz so, wie der Vater seine Kinder an Weihnachten gelehrt hat: Er krönt seinen Bruder Thomas (wiederum kein beliebiger Name!) mit seiner Krone. Und er tut dies, obschon der kleine Bruder recht vorwitzig die Krone fordert, nachdem Emanuel ihm schon sein Kuchenstück geschenkt hat. Weil diese Nebensächlichkeiten der Erzählung eigentlich bedeutender sind als die Haupthandlung, hat die Geschichte die Überschrift Die Krone bekommen und nicht Der verschwundene Knochen oder sonst irgendeinen Titel, der sich auf den Diebstahl bezieht.

Auch das Schlussbild S. 44-45 gehört mit zur Christenlehre: Die geistig arme Ruth tröstet Dorothee, die sich nicht an die alte Wohnung erinnert und daher nicht glauben kann, dass die Familie in eine Wohnung umzieht, wo es noch schöner sein wird als im Kiesgrubenbüro.





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Wir können, wenn weitere Auflagen nötig würden, das Buch preisgünstiger anbieten.
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